Ein Beispiel macht es konkret

Sie legen 100.000 Euro an und erzielen jedes Jahr 5 % Rendite. Ohne Zinseszins – also wenn Sie die Erträge jedes Jahr entnehmen – haben Sie nach 20 Jahren 200.000 Euro (100.000 + 20 × 5.000).

Mit Zinseszins – die Erträge bleiben investiert – haben Sie nach 20 Jahren rund 265.000 Euro. Der Unterschied von 65.000 Euro entsteht ausschließlich durch das Reinvestieren der Erträge.

Auch in der Auszahlungsphase wirkt er

In der Entnahmephase wirkt der Zinseszins als Verlangsamungsbremse: Das Restkapital, das noch nicht entnommen wurde, arbeitet weiterhin für Sie.

Wenn Sie aus 500.000 Euro monatlich 2.000 Euro entnehmen, wäre das Kapital ohne jede Rendite nach etwa 21 Jahren aufgebraucht. Mit einer realen Rendite von 3 % pro Jahr hält es deutlich länger, weil das verbliebene Kapital ständig nachwächst.

Die Regel der 72

Eine praktische Faustregel: Teilen Sie 72 durch den jährlichen Zinssatz, und Sie erhalten die ungefähre Anzahl Jahre, die Ihr Geld braucht, um sich zu verdoppeln. Bei 4 % Rendite dauert die Verdopplung etwa 18 Jahre, bei 6 % nur rund 12 Jahre.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reinvestierte Erträge lassen Kapital exponentiell statt linear wachsen.
  • Auch in der Entnahmephase verlängert die Rendite des Restkapitals die Bezugsdauer erheblich.
  • Faustregel 72 ÷ Zinssatz = ungefähre Verdopplungszeit in Jahren.

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