Zwei Anleger, dieselbe Durchschnittsrendite

Stellen Sie sich zwei Anleger vor, die beide 500.000 Euro haben und beide 20.000 Euro jährlich entnehmen. Beide erzielen dieselbe Durchschnittsrendite.

Der Unterschied: Anleger A erlebt in den ersten beiden Jahren zwei Verlustjahre (−20 %, −20 %), dann 18 Jahre mit 8 % Gewinn. Anleger B erlebt es umgekehrt: zuerst 18 gute Jahre, dann zwei schlechte. Obwohl der Durchschnitt identisch ist, steht Anleger A am Ende dramatisch schlechter da – weil zu Beginn aus einem schrumpfenden Depot entnommen wird.

Drei Strategien, die das Risiko senken

  • Liquiditätspuffer: 1 bis 2 Jahre Lebenshaltungskosten als Tagesgeld halten – so müssen Sie in Krisenjahren keine Anteile verkaufen.
  • Flexible Entnahme: In schlechten Jahren weniger entnehmen (z. B. 15 % weniger), in guten Jahren mehr.
  • Gleitpfad-Strategie: Zu Rentenbeginn etwas konservativer anlegen (z. B. 70/30 statt 100 % Aktien), später die Aktienquote wieder erhöhen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht der Durchschnitt, sondern die Abfolge der Renditen entscheidet über den Entnahmeerfolg.
  • Verlustjahre zu Beginn der Entnahme sind besonders gefährlich.
  • Liquiditätspuffer, flexible Entnahme und ein Gleitpfad mildern das Risiko.

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