ETF-Rente und Entnahmerate

Bei der ETF-Rente verkaufen Sie im Ruhestand regelmäßig Anteile Ihres ETF-Portfolios, um davon zu leben. Die Entnahmerate gibt an, welchen Prozentsatz des Vermögens Sie pro Jahr entnehmen.

Beispiel: Bei 500.000 € und einer Entnahmerate von 4 % entnehmen Sie 20.000 € im Jahr – rund 1.667 € im Monat.

Sequence-of-Returns-Risiko

In der Entnahmephase ist die Reihenfolge der Renditen entscheidend – nicht nur der Durchschnitt. Schlechte Börsenjahre direkt zu Beginn können das Kapital dauerhaft schmälern, weil aus einem bereits schrumpfenden Depot entnommen wird. Ein Liquiditätspuffer und flexible Entnahmen mildern dieses Risiko.

0 €375 T€750 T€1,1 Mio €1,5 Mio €Start5 J.10 J.15 J.20 J.
Gute Jahre zuerstSchlechte Jahre zuerst
Zwei Depots (Start: 500.000 €, je 20.000 € Entnahme pro Jahr) mit identischer Durchschnittsrendite – nur die Reihenfolge der Jahre unterscheidet sich. Nach 20 Jahren liegt fast das Doppelte dazwischen.

Wie hoch darf die Entnahme sein?

Es gibt keine einzige „richtige” Entnahmerate. Wie viel Sie dauerhaft entnehmen können, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab: von Höhe und Zusammensetzung Ihres Portfolios, Ihrer Risikotragfähigkeit, Ihrem Planungshorizont – und vor allem davon, wie sich Ihre Anlagen tatsächlich entwickeln. Eine niedrigere Rate ist sicherer, eine höhere riskanter.

Die folgende Tabelle zeigt nur zur Illustration, was unterschiedliche Entnahmeraten bei einem Beispielvermögen von 500.000 € bedeuten:

EntnahmerateMonatlich (bei 500.000 €)Einschätzung
3 %1.250 €sehr konservativ – das Kapital hält meist sehr lange, wächst oft sogar
4 %1.667 €klassische Faustregel – über lange Zeiträume häufig tragfähig
7 %2.917 €hoch – je nach Marktentwicklung kann das Kapital früh aufgezehrt werden
Wichtig ist die reale Betrachtung: Rendite erhöht das tragbare Niveau, Inflation senkt es. Die für Sie passende Rate legt man am besten individuell fest – und passt sie im Ruhestand flexibel an die tatsächliche Entwicklung der Märkte an.